Ein Portrait des Designers und Stylisten Lorand Lajos

„Mode darf alles, nur nicht langweilig sein“
Bereits als Kind interessiert er sich für Mode. So entwirft der 1981 in Klausenburg/Transilvanien geborene Lorand den Anzug für seine Erstkommunion selbst. Die Großmutter, eine Schneiderin, setzt seine „Kreation“ um. Als er elf Jahre alt ist, trennen sich seine Eltern. Der Vater geht nach Schweden, wo er eine Professur für Geschichte annimmt und bald auch eine neue Familie gründet. Die Mutter, eine „immer tot-chic gekleidete Dame“, kommt mit den Kindern – Lorand und seiner sechs Jahre jüngeren Schwester – nach Dachau. Da ihre Ausbildung als Biologie-Lehrerin in Bayern nicht anerkannt wird, lässt sie sich erst zur Web-Designerin und später zur Zytologie-Assistentin umschulen.

Dank sehr guter Lehrer schafften es fast alle
Lorand besucht in München zunächst eine Eingliederungsklasse, denn er hat zwar (neben Ungarisch- und Rumänisch-) auch Englisch- und Französischkenntnisse, aber er spricht kein Wort Deutsch. Seine Mitschüler kommen vor allem aus Familien, die vor dem Krieg im Kosowo geflüchtet sind. Doch es gibt auch einige Türken und Griechen in seiner Klasse. „Der Glaube, dass alles „Nicht-Deutsche minderwertig ist, bestimmte die Haltung, mit der man uns damals mehrheitlich entgegen trat. Aber wir hatten sehr gute Lehrer, und Dank ihrer fachlichen und sozialen Kompetenz haben wir fast alle den Sprung auf weiterführende Schulen geschafft.“

Er selbst wechselt auf die Realschule, wo er sich bald jedoch „total unterfordert“ fühlt, denn in Rumänien war er – da es zu wenig Schüler seines Alters gab –  in eine Klasse mit den Jahrgangsstufen 1 bis 8 gegangen. Der Unterricht und die individuelle Förderung hatten sich hier an den Fähigkeiten der Schüler orientiert und nicht an ihrem Alter. (Red. Anm.:Bekanntlich wird dieses Schulmodell mittlerweile auch hierzulande diskutiert.) Als er die Mittlere Reife erlangt, spricht er fließend und akzentfrei Deutsch. Er meldet sich auf der Fachoberschule für Kunst und Gestaltung in München-Giesing an und macht das Fachabitur mit der Note „sehr gut“.

Seine Design-Philosophie: Entertain and Excite
Dann geht’s mit zwei Freunden per Rucksack quer durch Asien. Aus dieser Urlaubsreise wird – ungeplant –  ein zweijähriger Aufenthalt, denn in Bangkok lernt er einen Star-Stilisten kennen, der ihn in die dortige Fashion-Szene einführt. Lorand Modelt und wird zu seinem Assistent . „Es war die beste Zeit meines bisherigen Lebens“, erinnert er sich. Doch sein eigentlicher Traum ist Designer für „High Fashion“ und Accessoires zu werden. Also kehrt er zurück nach München, um seine Kenntnisse und Erfahrungen in der Welt der Mode zu erweitern und vertiefen.

Nach mehreren Berufsstationen verantwortet er als Head of Sales & Marketing schließlich die Positionierung und Vermarktung des gesamte Sortimentspolitik bei Nordenfeldt – Mode & Accessoires. Parallel dazu entwirft er „kunstvolle Unikate“, die Ausdruck seiner Philosophie „entertain and excite“ sind.

Diese Kreationen werden von Stylisten für Shootings im Auftrag von namhaften Magazinen und für diverse Videoclips angefordert. So tragen beispielsweise Lady Gaga oder Dita von Teese seine extravaganten Kreationen. Selbst Patricia Field, die amerikanische Kostümbildnerin und Stylistin, die vor allem durch ihre Arbeit für die Cult-TV-Serie „Sex and the City“ zu Ruhm gelangte, darf er zu seinen Fans zählen.

Von ihm gestaltete Stylings erscheinen in der „Madame“, „Vogue“, „Elle“ und anderen Hochglanz-Magazinen. Neben verschiedenen Interviews über seine Arbeit, bringen ihn bald auch zahlreiche Aufträge vor die Kamera, so zum Beispiel die ZDF-Reportage über den „LifeBall 2009“ (Gewinner Best Outfit : Atelier Lorand Lajos) , Formate wie „Die Einrichter“ (Vox) und „Mach Mich Schön“ (Sat1) in denen er als Stylist und Moderator auftritt, oder auch Fashion Hero ( PRO7) mit der „wunderbaren und perfekten“ Claudia Schiffer. Für „Million Dollar Shooting Star“ mit Bar Raffaeli bucht SAT1 ihn als Co-Stylisten.

Er möchte alle Menschen mit seinen Ideen erreichen
2013 wird dann das Geburtsjahr seines zweiten Labels „Lonnet  Oiginals – The Leather Bonnet“. Gemäß der Devise „Stay original! “ bietet die Kollektion Mützen und Accessoires aus feinstem Nappa- Wild- oder Exotischem Leder zu erschwinglichen Preisen an, die mal lässig, mal rockig getragen werden können. Vertrieben werden die Lonnets bereits vom Berliner KDW, Galeries Lafayette, Jades in Düsseldorf,  Oberpollinger, Flip, Stierblut in München, vielen weiteren Modehäusern und Boutiquen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Zur Zeit ist Lorand Lajos unter anderem – abermals – als Stylist für einen TV-Sender in einer Vorher-Nachher-Sendung tätig, die demnächst ausgestrahlt wird. Vor allem aber baut er die Produktpalette und Vertriebsstruktur der Marke Lonnet Originals weiter aus, denn er möchte „alle Menschen mit meinen Ideen erreichen“.

Seine Vision? Ein „International Lifestyle Brand im Fashion- und Living- Bereich“, deren markante Produkte einen praktischen und ästhetischen Nutzen für unterschiedlichste Kundenkreise gewähren.